Shiitake (Lentinula edodes): Anbau, Geschmack und Rezepte
- Jonas Hahn
- 13. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Juli
Der Shiitake ist einer der weltweit am häufigsten kultivierten Speisepilze. Sein wissenschaftlicher Name Lentinula edodes stammt aus Japan, wo dieser Pilz seit Hunderten von Jahren kultiviert wird – „Shiitake“ bedeutet wörtlich „Pilz des Shii-Baumes“ (Shii ist die japanische Bezeichnung für eine bestimmte Eichenart). In seiner natürlichen Form wächst der Shiitake auf den Stämmen bestimmter Laubhölzer in Ostasien.
Optisch ist der Shiitake unverwechselbar. Die Hutoberfläche ist dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt, mit einer charakteristischen felderigen Textur und konzentrisch angeordneten Rissen oder Feldern. Der Hut ist fleischig und robust, mit einer gewölbten Form. Die Hutunterseite zeigt schöne, cremefarbene bis weiße Lamellen. Der Stiel ist ebenfalls braun gefärbt und gibt dem Pilz eine imposante, edle Erscheinung.
Geschmacklich ist der Shiitake eine Offenbarung. Das Fleisch ist fest und fleischig, mit einem intensiven, würzigen und ausgesprochen pilzigen Aroma. Es gibt eine tiefe Umami-Note, die in Umami-Tests oft als die intensivste unter allen Speisepilzen bewertet wird. Getrocknet konzentriert sich dieses Aroma noch weiter und macht getrocknete Shiitakes zu einem wertvollen Würzmittel in jeder Küche.
In der Zubereitung sollte man Shiitakes eher langsam kochen oder schmoren – sie geben ihr volles Aroma in Brühen, Saucen und Schmorgerichten ab. Sie sind auch ausgezeichnet zum Grillen oder Braten geeignet, besonders wenn sie etwas größer sind. Wichtig: Shiitake immer vollständig durchgaren – roher oder nur kurz erhitzter Shiitake kann bei empfindlichen Personen eine vorübergehende Hautreaktion (Shiitake-Dermatitis) auslösen. Achte deshalb gerade beim Grillen großer Hüte darauf, sie wirklich durchzugaren.
Ernährungsphysiologisch ist der Shiitake ein vielseitiger Speisepilz. Er liefert B-Vitamine (u. a. B6 und Niacin) sowie – wenn er während des Wachstums Licht ausgesetzt war – Vitamin D. Außerdem enthält er Eiweiß und verschiedene Aminosäuren. Wie alle Speisepilze ist Shiitake fett- und kalorienarm.
Der Anbau von Shiitakes ist anspruchsvoller und erfordert Geduld. Die ideale Temperatur liegt zwischen 12 und 16 °C, etwas kühler als beim Austernpilz. Besonders wichtig ist ein deutlicher Kälteschock zur Auslösung der Fruchtung: ein Temperaturabfall auf etwa 5–10 °C über 12–24 Stunden, bei Bedarf unterstützt durch ein Kaltwasser-Tauchbad. Ebenso wichtig ist ausreichend Luftfeuchtigkeit (85–95 %). Licht ist wichtig – ohne ausreichend Licht entwickeln sich die Hüte nicht optimal. Die Besiedlung des Substrats dauert erheblich länger als bei anderen Arten, oft 4 bis 8 Wochen oder sogar länger.
Beim Substrat benötigt der Shiitake hochwertige Holzspäne oder spezielle Shiitake-Substrate. Viele Züchter verwenden auch Laubholzpellets. Das Substrat muss sehr hochwertig und sauber sein, da Shiitakes anfälliger für Kontaminationen sind. Die richtige Feuchte und Belüftung während der Besiedelung sind entscheidend.
Die Ernte erfolgt, wenn die Hutränder sich gerade zu öffnen beginnen – idealerweise, bevor der Hut völlig flach ist. Man dreht den Pilz leicht, während man an der Stielbasis zieht. Shiitakes können über lange Zeiträume hinweg mehrfach fruchten, manchmal über 1–2 Jahre hinweg.
Bei Meisterpilze sind wir stolz, hochwertige Shiitakes anzubauen. Frische Shiitakes bekommst du samstags am Erlanger Wochenmarkt (9–13 Uhr) oder über Marktschwärmer – nicht im Online-Shop. Wir bieten auch getrocknete Shiitakes an, die ihr Aroma besonders konzentriert entfalten. Und für erfahrene Züchter haben wir Shiitake-Zuchtsets – die Kultur braucht Geduld, belohnt aber mit außergewöhnlichen Ergebnissen.
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Frische und getrocknete Shiitakes gibt es samstags am Erlanger Wochenmarkt (9–13 Uhr) und über Marktschwärmer – nicht im Online-Shop.
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