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Arbeiten mit Agar und Petrischalen: Die Basis aller Pilzkulturen

Agar-Arbeiten sind für viele Züchter das Fundament, auf dem alles aufbaut. Petrischalen ermöglichen es dir, reine Kulturen zu isolieren, Pilzsorten zu lagern und den Zustand deiner Kulturen genau zu beobachten. Die visuellen Zeichen des Myzelwachstums helfen dir, Kontaminationen früh zu erkennen und zu reagieren.

Die klassischen Rezepte haben sich bewährt. Malzextrakt-Agar (MEA) ist universal einsetzbar und fördert ein ausgezeichnetes Myzelwachstum. Für vier Liter MEA benötigst du etwa 20 Gramm Malzextrakt, 3-4 Gramm Hefe-Extrakt, 15-20 Gramm Agar und destilliertes Wasser. Kartoffel-Dextrose-Agar (PDA) ist ebenfalls beliebt, besonders bei feuchtigkeitsliebenden Pilzen. Alles wird in einem Topf verrührt, langsam erhitzt, bis das Agar sich auflöst (nicht kochen!), und dann sterilisiert.

Das Gießen von Platten erfordert etwas Geschick, ist aber schnell erlernt. Nach der Sterilisation und vollständiger Abkühlung – am besten im Wasserbad auf etwa 50°C gebracht – werden die Petrischalen zu etwa 20-25% mit Agar gefüllt. Die Schale mit der flachen Hand neigen, das flüssige Agar eingießen und sofort wieder in die Waagerechte bringen. Das Agar erstarrt bei Raumtemperatur innerhalb weniger Minuten. Trocken lagern und vor Licht geschützt aufbewahrt, sind die fertigen Platten Wochen bis Monate haltbar.

Transfers und Isolationen sind die Kernkompetenzen. Um eine reine Kultur zu bekommen, nimmst du ein kleines Myzel-Stück von deiner Quelle (mit einer sterilen Öse oder Skalpell) und legst es auf der neuen Platte ab. Unter idealen Bedingungen – 20-25°C, Dunkelheit oder schwaches Licht – wächst das Myzel innerhalb von 7-14 Tagen zu einer schönen weißen Kolonie. Bei mehreren Myzel-Fronten auf einer Platte kannst du mit Serienverdünnungen arbeiten: eine Kolonie von Links anzüchten, von dort wieder verdünnen und neu impfen. Nach drei bis vier Generationen ist eine praktisch reine Kultur garantiert.

Die Unterscheidung zwischen sauberer und kontaminierter Kultur ist visuell eindeutig. Reines Myzel ist weiß oder cremig, breitet sich regelmäßig aus und riecht neutral oder angenehm pilzig. Kontaminationen hingegen zeigen sich farbig: Trichoderma ist hellgrün bis tief grün, Cobweb bildet silbrig-grau schimmernde Fäden, Bacillus kann orange oder rosa wirken. Unbekannte Verunreinigungen sind typischerweise farbig, verbreiten sich schnell und riechen muffig oder unangenehm. Im Zweifelsfall: Platte verwerfen und es beim nächsten Versuch cleanser angehen.

 
 
 

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