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Reishi (Ganoderma lucidum): Der traditionelle Pilz aus Ostasien

Aktualisiert: 13. Juli

Der Reishi ist ein ganz besonderer Pilz mit einer sehr langen Tradition. Sein wissenschaftlicher Name ist Ganoderma lucidum. In seiner ostasiatischen Heimat treten teils nah verwandte, abweichend bestimmte Arten auf – darunter Ganoderma multipileum –, sodass die Abgrenzung regional nicht immer eindeutig ist. Der Name „Reishi“ kommt aus dem Japanischen; in China heißt der Pilz „Lingzhi“. In Ostasien ist er seit mehr als 2000 Jahren bekannt und gilt als einer der berühmtesten Pilze der ostasiatischen Tradition. Die Art wächst natürlicherweise auf älteren Laubholzstämmen in gemäßigten und subtropischen Wäldern Ostasiens.


Optisch ist der Reishi unmittelbar erkennbar. Der Pilz bildet keine klassischen Hutstrukturen wie essbare Speisepilze. Stattdessen wächst er als holzige, lackierte, halbkreisförmige bis nierenförmige Konsole aus dem Holz heraus. Die Oberseite ist dunkelrot bis kastanienbraun gefärbt und wirkt glänzend oder „lackiert“ – daher der englische Name „Lacquered Bracket Fungus“. Die Unterseite ist cremefarben bis hellbraun und besteht aus feinen Poren, nicht aus klassischen Lamellen. Der Pilz ist sehr hart und holzig und eignet sich nicht zum direkten Essen, sondern wird traditionell durch Auskochen (Absud) und Extraktion weiterverarbeitet.


Geschmacklich ist der Reishi bitter und holzig – er wird nicht als Speisepilz im kulinarischen Sinne verwendet. In Ostasien wird er traditionell als Tee oder Dekokt (Auszug durch langes Auskochen) zubereitet: Durch langsames Auskochen in Wasser entsteht ein dunkelbraunes Getränk mit bitter-holzigem Geschmack, das man als Tee oder Suppe trinkt. Es lässt sich mit anderen Zutaten wie Goji-Beeren oder Datteln kombinieren, um den Geschmack angenehmer zu machen.


Aus botanischer Sicht ist der Reishi vielseitig zusammengesetzt. Der Pilz enthält verschiedene Polysaccharide, besonders Beta-Glukane, sowie Triterpene – eine Klasse organischer Verbindungen, die dem Reishi seinen bitteren Geschmack geben.


Der Anbau von Reishi ist ein längerfristiges Projekt und erfordert Geduld. Die Fruchtung verläuft langsamer als bei anderen Arten. Die ideale Temperatur liegt zwischen 20 und 28 °C, was ihn zu einer wärmeliebenden Art macht. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 70 und 85 % liegen – etwas weniger als bei vielen Speisepilzen. Besonders charakteristisch ist, dass die Fruchtung mehrere Monate dauern kann: Ein einzelner Fruchtkörper wächst manchmal 3–6 Monate langsam heran, von der ersten Knospe bis zum voll entwickelten, harzvollen Pilz.


Beim Substrat wird Reishi traditionell auf hochwertigem Holz oder auf speziellen Holzbruchkomposten gezüchtet. Das Substrat muss extrem hochwertig sein, da die lange Kulturdauer viel Gelegenheit für Kontaminationen bietet. Einige Züchter verwenden auch Flüssigkulturen oder spezielle Körnersubstrate. Die Ernte erfolgt, wenn der Pilz seine volle Größe und seine charakteristische harte, lackierte Oberfläche entwickelt hat. Man trennt den Fruchtkörper mit einer Säge oder einem scharfen Messer von der Unterlage ab. Aufgrund seiner Härte lässt sich der Pilz lange lagern und trocknen – tatsächlich wird Reishi oft monatelang oder sogar jahrelang getrocknet und gelagert, bevor er verwendet wird.


Bei Meisterpilze kultivieren wir Reishi für alle, die sich für die traditionelle Verwendung von Pilzen und für längerfristige Anbau-Projekte interessieren. Auf dem Erlanger Wochenmarkt bieten wir getrocknete Reishi-Fruchtkörper an, dazu Anleitungen für die Zubereitung. Der Reishi ist außerdem ein wunderschönes Objekt – viele unserer Kundinnen und Kunden kaufen ihn nicht nur zur Verwendung, sondern auch als Deko-Objekt. Für Züchter mit längerfristigen Zielen bieten wir spezielle lebende Reishi-Kulturen an – ein faszinierendes Projekt mit tiefem kulturellem und traditionellem Hintergrund.



Hinweis zur Verfügbarkeit & zum Bezugsweg: Getrocknete Reishi-Fruchtkörper gibt es samstags am Erlanger Wochenmarkt (9–13 Uhr). Alles für die eigene Pilzzucht – darunter unsere lebenden Reishi-Kulturen – findest du im Online-Shop.


Hinweis – lebende Kulturen (kein verzehrfertiges Lebensmittel): Unsere lebenden Reishi-Kulturen sind ein Zuchtprodukt und kein verzehrfertiges Lebensmittel. Sie werden über mehrere Monate kultiviert; in dieser Zeit besteht ein erhöhtes Kontaminationsrisiko. Selbst gezüchtete oder kontaminierte/schimmelige Kulturen nicht verzehren, sondern entsorgen. Nur einwandfreie, vollständig ausgereifte und anschließend getrocknete Fruchtkörper werden – nach gründlichem Auskochen – traditionell als Tee/Absud zubereitet.



⚠️ Sicherheitshinweis – Pilzsporen (Atemwege)

Reife Pilze geben Sporen ab. Das Einatmen größerer Sporenmengen kann Atemwege und Lunge reizen und bei wiederholter Exposition allergische Reaktionen bis hin zur exogen-allergischen Alveolitis („Mushroom Worker’s Lung“) auslösen.

  • In gut belüfteten Räumen fruchten lassen; nicht in Schlaf- oder Daueraufenthaltsräumen aufstellen.

  • Pilze ernten, kurz bevor sie ihre Sporen abwerfen, um die Sporenlast zu senken.

  • Empfindliche, allergische oder vorerkrankte Personen sowie Personen mit Dauerexposition: Atemschutz (FFP2/FFP3) tragen.

  • Kontaminierte oder schimmelige Kulturen niemals verzehren; den Beutel geschlossen entsorgen und Sporen dabei nicht aufwirbeln/einatmen.

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