Substrat sterilisieren vs. pasteurisieren: Die richtige Wahl für deine Pilzzucht
- Jonas Hahn
- 13. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Juli
Eine der wichtigsten Entscheidungen beim Pilzanbau ist, wie du dein Substrat behandelst. Sterilisation und Pasteurisierung sind nicht dasselbe – welche Methode du wählst, hängt von deinem Substrat und deinem Pilz ab.
Sterilisation tötet praktisch alle Lebensformen ab – Sporen, Bakterien und Pilze. Das geschieht klassischerweise im Dampfdrucktopf unter Druck bei etwa 121 °C und 15 PSI über 2,5 bis 3 Stunden. Diese Methode ist vor allem für nährstoffreiche Substrate wie unseren Master’s Mix (Hartholz-Sägemehl mit Sojahülsen bzw. Weizenkleie) oder für Körnerbrut notwendig, da solche Substrate ohne Sterilisation sehr schnell kontaminieren. Der Grund: Ohne Sterilisation überwachsen konkurrierende Organismen das Substrat, bevor das Zielmyzel es vollständig durchwachsen kann.
Pasteurisierung ist milder: Sie reduziert die Keimbelastung deutlich, tötet aber nicht alles ab. Der Prozess ist einfacher und erfordert keine teuren Geräte. Zwei Hauptmethoden haben sich bewährt:
Heißwasserbad-Methode: Das Substrat wird in Beuteln oder Behältern in etwa 80–85 °C heißem Wasser für 60–90 Minuten gehalten – klingt einfach, erfordert aber Kontrolle und Geduld.
Kaltwasser-Methode mit Kalk (Kalkbad): Das Substrat wird mit kaltem Wasser gemischt, Kalk wird hinzugefügt, um den pH-Wert anzuheben, und das Ganze mehrere Stunden oder über Nacht stehen gelassen. Das basische Milieu unterdrückt Konkurrenzkeime, sodass anschließend das Zielmyzel das Substrat ungestört besiedeln kann.
Welche Substrate brauchen welche Behandlung?
Rohes Stroh, Holzhackschnitzel und andere natürliche Bulk-Materialien gedeihen mit Pasteurisierung – das Substrat bleibt aktiv und unterstützt das Pilzmyzel.
CVG-Mischungen (Kokosfaser, Vermiculit, Gips) sind nährstoffarme Bulk-Substrate. Genau wegen ihrer Nährstoffarmut sind sie besonders kontaminationsresistent und werden in der Regel pasteurisiert, nicht sterilisiert – ein Heißwasser- oder Kalkbad reicht meist aus. (Unsere fertig sterilisierten CVG-Produkte findest du in den Kategorien All-in-One Bags (CVG) sowie CVG & Grain Spawn.)
Nährstoffreiche, supplementierte Substrate wie der Master’s Mix brauchen dagegen Sterilisation, sonst dominieren konkurrierende Pilze und Schimmel.
Körnerbrut lässt sich grundsätzlich auch pasteurisieren, wenn du schnell arbeiten möchtest – eine vollständige Sterilisation ist hier aber verlässlicher und führt zu deutlich weniger Kontaminationen.
Kurz gesagt: Je nährstoffreicher das Substrat, desto eher solltest du sterilisieren. Nährstoffarme Bulk-Substrate kommen meist mit der schonenderen Pasteurisierung aus.
➜ CVG-Substrat · Zum Shop
