Igelstachelbart / Lion’s Mane (Hericium erinaceus): Der Pilz mit einzigartiger Form
- Jonas Hahn
- 13. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Juli
Der Igelstachelbart, international als Lion’s Mane bekannt, trägt den wissenschaftlichen Namen Hericium erinaceus. Sein deutscher Name ist sehr treffend: Der Pilz bildet lange, weiße, zarte Stacheln, die wie ein Igelkörper oder wie die Mähne eines Löwen aussehen. Diese beeindruckende Struktur ist in der Pilzwelt einzigartig. Die Art stammt aus gemäßigten Waldgebieten Europas und Asiens, wo sie auf dem Holz von Laubbäumen wächst. In Deutschland war der Igelstachelbart bereits Pilz des Jahres und steht als seltene Art unter Beobachtung.
Aussehen und Form
Optisch ist der Igelstachelbart wirklich spektakulär und unverwechselbar. Der Pilz besteht aus einer weißen bis cremefarbenen Masse aus langen, dünnen, herabhängenden Fasern oder „Stacheln“, die 2 bis 5 cm lang werden können. Diese Struktur entwickelt sich, während der Pilz wächst – die Stacheln hängen nach unten herab wie Eiszapfen oder Stalaktiten. Wenn man genau hinschaut, erkennt man: Die Stacheln tragen das Hymenium, also die sporenbildende Schicht des Pilzes. Die ganze Struktur wirkt federleicht und elegant, könnte aber täuschen – der Pilz ist überraschend substanziell und schwer.
Geschmack und Küche
Geschmacklich ist der Igelstachelbart subtil, mild und wunderbar aromatisch. Das Fleisch ist zart, fast zerbrechlich, mit feinen Fasern, die beim Kauen angenehm zergehen. Es gibt eine dezente, süßliche Umami-Note mit leicht maritimen Untertönen – manche beschreiben den Geschmack als ähnlich dem von Meeresfrüchten. In der Küche sollte der Igelstachelbart eher sanft zubereitet werden. Er eignet sich ausgezeichnet für leichte Buttersoßen, cremige Saucen, zum Dünsten oder sogar als feines Carpaccio. Auch zu Pasta, in Risotto oder in eleganten Suppen passt er hervorragend.
Mit seiner zarten Textur und seinem feinen Aroma ist der Igelstachelbart in der Küche ein vielseitiger Speisepilz. Sein hoher Fasergehalt bei gleichzeitig zarter Konsistenz macht ihn zu einer interessanten Zutat. Wie alle Speisepilze ist er fett- und kalorienarm.
Anbau und Ernte
Der Anbau des Igelstachelbarts ist moderat anspruchsvoll und macht großen Spaß. Die ideale Temperatur liegt zwischen 12 und 20 °C, mit einer Vorliebe für kühlere Bedingungen. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 85 und 95 % liegen. Ein wichtiger Punkt: Der Igelstachelbart braucht Licht, um seine charakteristische Struktur mit den langen Stacheln zu entwickeln. Ohne ausreichend Licht wachsen die Fruchtkörper unregelmäßig und formlos. Mit gutem Licht entwickeln sich die langen weißen Stacheln wunderschön.
Beim Substrat lässt sich der Igelstachelbart auf verschiedenen Holzbasis-Materialien züchten – Holzspäne, Stroh-Holz-Mischungen oder spezialisierte Substrate funktionieren. Die Besiedlung dauert typischerweise 3 bis 5 Wochen. Der Igelstachelbart besiedelt das Substrat vergleichsweise gut und beginnt anschließend zuverlässig zu fruchten; eine saubere, sterile Arbeitsweise bleibt dennoch nötig, um Kontaminationen vorzubeugen – eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Die Ernte erfolgt, wenn die langen Stacheln ihre maximale Länge erreicht haben, aber noch weiß und zart sind – idealerweise bevor sie braun oder gelb werden. Man schneidet die ganze Struktur mit einem scharfen Messer an der Basis ab. Der Pilz fruchtet über einen längeren Zeitraum mehrfach.
Igelstachelbart bei Meisterpilze
Bei Meisterpilze lieben wir den Igelstachelbart nicht nur geschmacklich und kulinarisch, sondern auch wegen seiner visuellen Schönheit. Auf dem Erlanger Wochenmarkt ist er immer ein Blickfang, und unsere Kundinnen und Kunden sind fasziniert von dieser ungewöhnlichen Pilzform. Seine einzigartige Optik macht ihn auch beliebt als Geschenk für Pilzliebhaber. Unsere Igelstachelbart-Zuchtsets sind perfekt für alle, die etwas Besonderes und optisch Beeindruckendes anbauen möchten.
Verwandte Pilzarten: Rosa Austernpilz · Shiitake · Reishi · Kastanienpilz / Pioppino




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